Aktuelles
Prof. Dr. Christine Gundermann ist seit 2021 Mitglied des IFPH Curriculum and Training Committee sowie Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland.
Digital Public History – Analytische Zugänge und Lernpotenziale digitaler Geschichte
Geschichte wird in zunehmendem Maße auch digital gemacht und genutzt. Das zeigt sich in etablierten Institutionen wie Museen ebenso wie in den Sozialen Medien, virtuellen Zeitreisen und historischen Computerspielen oder auf Lernplattformen für den Geschichtsunterricht. Wer den gegenwärtigen Geschichtsboom verstehen möchte, kommt also an einer Auseinandersetzung mit digitalen Repräsentationen von Geschichte nicht vorbei. Der Band stellt deshalb unterschiedliche Forschungsansätze zur interdisziplinären Erkundung der vielfältigen Phänomene digitaler Public History zur Diskussion. Die Beiträge nähern sich dem Gegenstand auf theoretischer und methodischer Ebene, stellen exemplarische Fallanalysen vor und erörtern die Potenziale historischen Lernens in digitalen Räumen.
Christine Gundermann/ Barbara Hanke/ Martin Schlutow (Hrsg.): Digital Public History. Analytische Zugänge und Lernpotenziale digitaler Geschichte, Berlin u.a. 2024.
Neue Auflage des Clio-online Guides erschienen
Am 18. September ist die 3. Auflage des Clio-online Guides erschienen. Der Guide zu digitalen Ressourcen für die Geschichtswissenschaft versammelt seit 2016 unter seinem Dach eine große Bandbreite an Themen, von Epochen- zu Regional- sowie Themenschwerpunkten und vielem mehr. Die rapide digitale Transformation geschichtswissenschaftlicher Arbeit machte nun die dritte Auflage des bekannten Handbuchs und seine Anpassung an neue digitale Ressourcen nötig. In diesem Rahmen haben auch Christine Gundermann, Ilona Riek, Markus Wegewitz und Bernhard Liemann den Regionalguide Niederlande, Belgien und Luxemburg erweitert und aktualisiert.
Gundermann, Christine / Riek, Ilona / Wegewitz, Markus / Liemann, Bernhard: Clio-Guide: Niederlande, Belgien und Luxemburg. In: Clio Guide – Ein Handbuch zu digitalen Ressourcen für die Geschichtswissenschaften, hrsg. von Silvia Daniel, Wilfried Enderle, Rüdiger Hohls, Thomas Meyer, Jens Prellwitz, Claudia Prinz, Annette Schuhmann, Silke Schwandt, 3. erw. und aktualisierte Aufl., Berlin 2023, https://doi.org/10.60693/rdt3-hw83.
Comics in Gedenkstätten, GWU 5/6 (2023)
Seit etwa 20 Jahren werden in vielen Gedenkstätten, die an die Gewaltgeschichte Europas im 20. Jahrhundert erinnern, nicht nur Comics zum Verkauf angeboten, sondern diese auch aktiv in die Bildungsarbeit der entsprechenden Stätten einbezogen. Die Genese und Praxis dieser unterschiedlichen Verwendungen zeigen, dass es sich um ein internationales Phänomen handelt, dass sich weiter in Europa etabliert. Die Beiträge dieses Heftes sind das Resultat eines Workshops, der 2021 hier an der Universität zu Köln stattgefunden hat. In Tandems aus Comicforschenden und Praktiker*innen berichten die Autor*innen von der Comicarbeit in verschiedenen deutschen NS-Gedenktätten, in der polnischen Gedenkstättenarbeit und in einer DDR-Gedenkstätte. So entsteht ein facettenreiches Bild von der Arbeit mit Geschichtscomics an Gedenkstätten.
Christine Gundermann, Dennis Bock (Kuration der Beiträge): Comics in Gedenkstätten, in: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht 5/6 (2023), hrsg. v. Peter Burschel, Christoph Cornelißen und Michael Sauer.
Von historischen und kulturellen Konzeptionen strukturiert, durch politische Grenzen zerstückelt und geprägt von Kooperation und Konflikten sind Grenzräume ein komplexer Untersuchungsgegenstand.
Der vorliegende Band versammelt geschichtswissenschaftliche, soziologische, ethnologische und informationswissenschaftliche Zugänge in zwölf Einzelbeiträgen und einer Schreibdiskussion. Neben theoretisch-methodischen Überlegungen stehen epochen- und auch disziplinübergreifend europäische Grenzräume im Fokus.
Die Beiträge des Bandes analysieren diese Raum- und Grenzkonzeptionen empirisch fundiert mit Blick auf die soziale Konstruktion des Raums, die rechtlichen Verknüpfungen, die Alltagspraxis der Grenze, die Ausprägungen von Geschichtsbewusstsein und Geschichtskultur und die Inklusions- und Exklusionsdynamiken in verschiedenen Epochen.
Christine Gundermann, Lina Schröder, Markus Wegewitz (Hrsg.): Raum- und Grenzkonzeptionen in der Erforschung europäischer Regionen (ISGV digital. Studien zur Landesgeschichte und Kulturanthropologie Bd. 6), Dresden 2023. (open access)
Historische Jubiläen - Zwischen historischer Identitätsstiftung und geschichtskultureller Reflexion
Nicht nur Geschichte im Allgemeinen boomt, sondern vor allem auch die zyklische Auseinandersetzung mit ihr. Jubiläen, Erinnerungsjahre und Jahrestage sind daher eine der wichtigsten Triebfedern für die öffentliche Beschäftigung mit Geschichte. Sie thematisieren Geschichte als Ressource historischer Identitätsbildung. Die gegenwärtige Jubiläumskultur ist dabei aus verschiedenen historischen Praktiken und Traditionen entstanden und durch ganz unterschiedliche Geschichtskulturen beeinflusst worden. Im Fokus dieses Bandes stehen die gesellschaftlichen Deutungen in Form von Praktiken, Ritualen und kommunikativen Regeln, wie sie sich in Jubiläen und Gedenktagen zeigen.
Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit. Dass unserem heutigen gesellschaftlichen Zusammenleben ein langer Weg vorausgeht, zeigen verschiedene Orte im Kölner Stadtgebiet, die von der Entstehung von Freiheit und Demokratie erzählen. 33 von ihnen haben Teilnehmer:innen des Seminars „Orte der Demokratie – Entwicklung eines App-basierten Storytellings in Köln“ nun in Zusammenarbeit mit dem Verein EL-DE Haus e.V. (NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln) sowie weiteren Projektpartner:innen wie dem Kölner Frauengeschichtsverein, dem Friedensbildungswerk Köln und dem Centrum Schwule Geschichte multimedial ausgearbeitet und in Form einer App veröffentlicht.
Das Seminar fand im Sommersemester 2020 unter Leitung von Jens Alvermann, der neben seiner Tätigkeit als Dozent für Public History an der Universität zu Köln im LVR-Museumsverbund den Bereich Digitale Kommunikation & Marketing leitet, und Juniorprofessorin Dr. Christine Gundermann am Historischen Institut der Universität zu Köln statt. Im Rahmen der Veranstaltung recherchierten und verorteten rund zwanzig angehende Historiker:innen Geschichten der Demokratie- und Freiheitsentstehung der letzten 200 Jahre in Köln. Von der Zeit Napoleons bis ins Heute entstanden so mehr als dreißig Beiträge, die die Grundlage für die multimediale Aufbereitung der Informationen zu jedem Ort bilden.
Die App „Orte der Demokratie in Köln“ ist ab dem 19. Januar 2022 für iOS und Android unter rebrand.ly/OrteDerDemokratie verfügbar.
Prof. Dr. Thorsten Logge (Universität Hamburg) veröffentlich zurzeit eine Podcast Lecture zum Thema Was ist Public History? Die Vorlesung nähert sich dem Feld der Public History aus unterschiedlichen Perspektiven: Welche Definitionen für Public History gibt es? Wie entwickelte sich die Public History in den USA, Europa und in anderen Weltregionen? Was ist der Unterschied zwischen Angewandter Geschichte und Public History? In welchem Verhältnis stehen Geschichte, Medien und Öffentlichkeit? Über diese Fragen führt die Vorlesung ein in grundlegende Konzepte der Public History und stellt zentrale Publikationen, Institutionen und Akteur:innen vor.
Für diesen Vorlesungspodcast wurden Interviews geführt mit führenden Vertreter:innen der Public History in Deutschland, Österreich, Polen, Luxemburg, USA und Australien. Teil dieser Interviews ist auch Prof Dr. Christine Gundermann. In der sechtens Folge der Reihe spricht sie mit ihrem Kollegen über ihren Weg in die Public History sowie über wissenschaftsstrategische und -politische Dinge. Die Folge finden sie hier.
Der Blog doing | public | history befasst sich mit kulturwissenschaftlich inspirierten theoretischen und methodischen Zugang zu Manifestationen und Praktiken von Geschichte und kulturellem Erbe in unterschiedlichen populärkulturellen und medialen Formaten. In diesem Kontext ist ein Interview mit Christine Gundermann entstanden.
Zwischenräume. Geschlecht und Diversität in Comics
Comics sind ein Spiegel der Gesellschaft – sie zeigen auf, wie diese von stereotypen Vorstellungen von Geschlecht und Diversität geprägt ist. Comickünstler:innen gehen aber auch weiter. Sie kritisieren diese Zustände und nutzen die medialen Besonderheiten des Comics, um neue Deutungen vorzustellen und damit letztlich auch einen Beitrag für eine gerechtere und inklusivere Gemeinschaft zu schaffen. Die Hybridität und Uneindeutigkeit des Mediums schafft hier »Zwischenräume«, denen die Auor:innen nachgehen. Die hier versammelten Beiträge zeigen anhand von Einzelanalysen und historischen Gesamtschauen, wie Comickünstler:innen Gender, Diversität und Identität problematisieren und wie dies gesellschaftlich rezipiert wird. Die Arbeitsbedingungen von Comicschaffenden werden dabei ebenso betrachtet wie die politische Dimension der Thematisierung von Geschlecht und Diversität im Comic. So zeigen die Beiträge gemeinsam die Stärke einer interdisziplinären Comicforschung auf.
Zwischenräume. Geschlecht und Diversität im Comic, Berlin 2021.
Schlüsselbegriffe der Public History
Der Band stellt Schlüsselbegriffe der Public History vor und erschließt diese über die wichtigsten Themenfelder und zentrale Forschungsperspektiven. Er richtet sich an Studierende, Lehrende und Praktiker*innen, die sich mit Geschichte in der Öffentlichkeit befassen und bietet Zugänge zur theoretischen Fundierung der Public History als Teil der historischen Kulturwissenschaften an.
Christine Gundermann et al: Schlüsselbegriffe der Public History, Göttingen 2021.
Ansprechpartnerin
Frau Gundermann ist Ansprechpartnerin für folgende Netzwerke:
- als Vorsitzende für die Arbeitsgruppe Angewandte Geschichte/Public History im Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands (VHD)
- als Vorstandsmitglied für den Fachverband Konferenz für Geschichtsdidaktik (KGD)
